Die Peak Season, die Wochen zwischen Black Friday (27.11.) und dem bis in den Januar gehenden Weihnachtsgeschäft, stellen Liefernetzwerke vor wachsende Herausforderungen. In diesem Jahr wird die COVID-19-Pandemie den internationalen Paketversand deutlich befördern. Gleichzeitig drohen Unwägbarkeiten wie erneute Schließungen von Logistikzentren oder Grenzen. Da helfen nur Flexibilität und Unabhängigkeit, erklärt Mitgründer und Co-CEO von Seven Senders, Thomas Hagemann.

Von Ruth Justen




„COVID-19 x Wachstum x Q4 2020“ – so lautet die Formel, auf die sich Händler vorbereiten sollten, wie der Co-CEO Thomas Hagemann erklärt. Seven Senders, die führende Delivery-Plattform Europas, vereint rund 100 Carrier-Partner.

Inzwischen liegen erste Auswertungen einiger Carrier zum Versandgeschehen während der 1. COVID-19-Pandemiewelle von März bis Juni 2020 vor, auf deren Grundlage Rückschlüsse für die aktuelle Situation gezogen werden können.

Die drei folgenden Szenarien aus drei europäischen Ländern zeigen deutlich, wie wichtig es ist, seinen internationalen Versand insbesondere in der Peak Season flexibel und unabhängig zu gestalten und nicht von einem Carrier allein abzuhängen.


Lernen aus der 1. Corona-Welle

„Je restriktiver der Lockdown vor allem des stationären Einzelhandels verordnet wurde, desto größer war das Paketaufkommen, also die Anzahl der in die Liefernetzwerke eingespeisten Pakete“, erklärt der Logistikexperte.

Gleichzeitig wurden zeitweise Grenzübergänge etwa von Deutschland nach Polen, im Dreiländereck im Süden Deutschlands, nach Dänemark oder auch nur einzelne Straßen gesperrt. „Stellenweise kam es zu Verspätungen von ein bis zwei Wochen“, meint der Co-CEO Thomas Hagemann. 

Eine Analyse von Seven Senders über die E+1-Lieferung – die Lieferung einen Tag nach Einspeisung des Pakets in das Netzwerk – von zwei großen Carriern in Österreich in den Monaten März, April und September ergab zum Beispiel große Unterschiede:

Carrier 2 blieb anders als Carrier 1 im beobachteten Zeitraum durchweg im buchstäblich grünen Bereich, während es bei Carrier 1 zu Verspätungen kam.

Source: Seven Senders Analytics; Data: >1MPAC analyzed for period March-April 2020

In Frankreich wiederum tauchte noch eine andere Herausforderung auf: Aufgrund von COVID-19 wurden am 17. März die Hubs vom französischen Liefernetzwerk Mondial Relay geschlossen.

Infolgedessen brach die Lieferkette dieses Anbieters komplett zusammen. Händler, die ausschließlich über diesen Dienstleister ihre Pakete ausliefern ließen, konnten ihre Ware nicht mehr an den Endkunden übergeben. Andere Carrier in Europa beschränkten ihre Services, um die grundsätzliche Dienstleistung aufrechterhalten zu können.

Sie reduzierten etwa das zulässige Gewicht einzelner Pakete oder die Anzahl derselben, räumten Online-Shops nur wenige Tage für die Einspeisung ihrer Pakete ein oder erhöhten die Preise massiv. Angesichts der Kontaktbeschränkungen stellten einige Carrier etwa in Frankreich, Italien und Österreich die Möglichkeit der Zahlung bei Lieferung ein.


„Je restriktiver der Lockdown vor allem des stationären Einzelhandels verordnet wurde, desto größer war das Paketaufkommen, also die Anzahl der in die Liefernetzwerke eingespeisten Pakete.“

Thomas Hagemann, Co-CEO von Seven Senders


„Wenn Kapazitäten eingeschränkt werden, was bleibt dann für mittlere und kleinere Händler übrig?“, fragt der Logistikexperte. Gegen reduzierte Kapazitäten und Services helfe nur die unabhängige und flexible Gestaltung des Carrier-Mix.


Wachsendes Paketvolumen – wachsende Herausforderungen

Die Pandemie-Situation kommt noch obendrauf auf die Herausforderungen, die bereits vor der COVID-19-Pandemie beim Versand innerhalb Europas zu bewältigen waren. Mit mehr als 20 Sprachen, über 100 relevanten Carriern in Europa und vielen verschiedenen Lieferbedürfnissen ist Europa sehr divers und damit für Händler aufwendig zu managen.  

Zudem wächst das zu bewältigende Paketvolumen in Europa seit Jahren kontinuierlich. „Auch ohne Corona wäre das Jahr 2020 ein weiteres Rekordjahr für den Online-Handel gewesen“, meint der Co-CEO von Seven Senders.

Mit einem massiven Wachstum für das diesjährige Weihnachtsgeschäft (November bis Dezember) rechnet auch der Bundesverband Paket und Expresslogistik e. V. (BIEK).

Er geht von einer Steigerung der Zustellung an private Haushalte um etwa 60 Millionen Sendungen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr auf rund 420 Millionen Paketsendungen aus. Das entspricht einer Steigerung von gut 16 Prozent. Weltweit soll sich das Paketvolumen bis 2024 durchschnittlich um bis zu 14,8 Prozent steigern.


Be prepared? Aber wie?

Welche Handlungsoptionen haben Händler angesichts der Formel „COVID-19 x Wachstum x Q4 2020“? „Wir empfehlen, vorbereitet zu sein“, erklärt Thomas Hagemann. Auf jeden Fall wäre eine Analyse der eigenen Carrier und deren Struktur hilfreich, um etwaige Flaschenhälse in der Lieferkette ausfindig zu machen.

Unabhängigkeit ist wahrscheinlich der größte Hebel, den Händler haben“, meint Thomas Hagemann und rät, „die Lieferkette hintenraus abzuschneiden“ – also auf der letzten Meile auf einen Carrier-Mix zu setzen. 

Händler sollten demnach ihre Pakete über Speditionen in das jeweilige Zielland bringen und dann flexibel je nach Restriktionen im Land oder der einzelnen Carrier für einen Monat entscheiden, wem sie das Paket für die letzte Meile übergeben. Diese Strategie habe sich für einige Kunden von Seven Senders während der 1. Pandemiewelle massiv bewährt, wie der Co-CEO betont. 

Dabei habe Seven Senders helfen können, indem es bei Lieferschwierigkeiten die Paketsendungen seiner Kunden auf andere, in dem Moment funktionierende Carrier umleiten konnte. Denn: „Lost Sales kann sich, glaube ich, niemand von uns leisten!“, so Thomas Hagemann abschließend.

Deshalb bietet Seven Senders seinen Kunden eine Anbindung an sein weltweit mehr als 100 Carrier umfassendes Netzwerk. So kann Seven Senders Online-Händlern die nötige Flexibilität und Unabhängigkeit im internationalen Paketversand garantieren, und das, obwohl jeder Kunde seine Belange über jeweils einen Ansprechpartner abwickeln kann.

Unabhängig und flexibel: Mit dem Carrier Netzwerk von Seven Senders

Fazit

Mit Flexibilität, Unabhängigkeit und der Unterstützung von Seven Senders sind Online-Händler bestens vorbereitet auf die Herausforderung der Peak Saison unter Pandemie-Bedingungen:COVID-19 x Wachstum x Q4 2020! Die führende Delivery-Plattform Europas berät gerne, wie der passgenaue Carrier-Mix für ein unabhängiges und flexibles Liefernetzwerk für den jeweiligen sicheren und pünktlichen internationalen Paketversand aussehen kann.


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